Wien: 300 Millionen Schulden in wenigen Minuten wegen Frankenkrediten

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Wirtschaften nach menschlichen Bedürfnissen

Es war gewarnt worden, und schon 2012 betrug der Verlust einmal 300 Millionen Euro. Denn öffentliche Gelder haben nichts an Börsen verloren, sie sind nicht ein Objekt für Spekulation und Risikoanlagen, sondern sie  gehören seriös, sicher und am Gemeinwohl orientiert verwaltet und investiert. Und nun ist es passiert, binnen weniger Minuten hat sich der Schuldenstand der Wienerinnen und Wiener um 300 Millionen Euro erhöht, da der Börsenkurs des Franken im Vergleich zum Euro eben angestiegen ist.

Die sozialdemokratisch geführte Wiener Stadtregierung, die dies alles zu verantworten hat, kommentiert in Gestalt von Finanzstadträtin Renate Brauner lapidar, dies sei „nur etwas für die Bilanz“. Zugeben musste sie dann aber doch, dass zumindest das Zinsenaufkommen steigt. Also ist diese Beschwichtigung eher strategisch motiviert. Schließlich haben wir ja bald Wahlen.

Die Zinslast wird also steigen. Zwar werden seit 2011 keine neuen Frankenkredite mehr aufgenommen, sie machen mit Stand Ende 2014 rund 1,66 Milliarden Euro aus und damit immerhin mehr als ein Drittel des Gesamtschuldenstandes.

Auch in anderen österreichischen Gemeinden werden nun die Verluste berechnet. Die Umlandgemeinde Purkersdorf etwa hat nach Angaben der Liste Baum 4 bis 5 Millionen Euro in wenigen Minuten in den Sand gesetzt. Und auch in Linz fehlten durch die Aufwertung des Franken in kurzer Zeit 11,6 Millionen Euro. Alles öffentliche Gelder – und alles sozialdemokratische, neoliberale Politikexperimente!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.