„No pasarán – wir weichen nicht zurück! Nein zum Burschenbundball!“

Wir wollen es anders OÖ auf der Demo gegen den Burschenbundball

Gestern wurde in Linz ein starkes Zeichen gegen Faschismus, Rassismus und Rechtsextremismus gesetzt. Über 1500, manche Schätzungen sprechen sogar von 2000, TeilnehmerInnen demonstrierten friedlich vom Hauptbahnhof zum Hessenplatz um ihren Protest gegen das größte Vernetzungstreffen der Rechten in Oberösterreich kundzutun.

Im Aufruf zur Demo wird die Ausrichtung des Balls zurecht als „ewiggestrifg und rechtsextrem“ eingeordnet. Die Verflechtungen mit der FPÖ vor Ort sind bekannt und erschreckend: „Die Burschenschaft Arminia Czernowitz, die maßgeblich an der Durchführung des Balls beteiligt ist, gehört laut dem DÖW (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes) auch innerhalb der Burschenschaften klar dem rechtsextremen Flügel an. Ihr gehören auch vier FPÖ-Politiker an: Markus Hein (Fraktionschef FPÖ Linz, Linzer Gemeinderat), Michael Raml (Linzer Gemeinderat), Detlef Wimmer (Obmann FPÖ Linz, Linzer Sicherheitsstadtrat) und Werner Pfeffer (Linzer Gemeinderat). Zuletzt rückte die Burschenschaft im Jahr 2010 in den medialen Fokus, weil sie bei einem ihrer Plakate eindeutig nationalsozialistische Symbolik verwendete und dabei lediglich das Hakenkreuz des ursprünglichen Sujets übermalte. Auch das „Corps Alemannia Wien zu Linz” ist an der Organisation des Balls beteiligt: Das Corps, dem auch FPÖ-Landesrat Haimbuchner angehört, versucht trotz einschlägiger Geschichte gerne einen harmlosen Eindruck zu erwecken. Doch während des NS-Faschismus löste sich das Corps selbst auf und wurde zur NS-Kameradschaft „Horst-Wessel”. Wessel, seines Zeichens SA-Sturmführer, war selbst Mitglied dieser Korporation.“

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1500 bis 2000 Menschen stellen sich entgegen

Auf der Demonstration dann suchte man leider hohe VertreterInnen der Gewerkschaft und der Sozialdemokratie vergebens. Trotz aller Beteuerungen überließen diese „Institutionen der ArbeiternehmerInnen“ den Protest ihren Jugendorganisationen.

Solidarität mit den Demonstrierenden sieht anders aus als einige nette Grußbotschaften via Email oder Facebook!

Drei (!) Linzer GemeinderätInnen (zwei Grüne, eine KPÖ) unterstützten die Demonstration vor Ort.
Von der „hohen“ Politik hätte man sich mehr erwarten dürfen.
Wie dem auch sei, man kann dem Bündnis Linz gegen Rechts auf jedem Fall zur Organisation dieser Demo gratulieren. Das Bündnis „Linz gegen Rechts“ selber wertet die Demonstration auch als einen „vollen Erfolg“. Sie weist dabei die mediale Darstellung, es habe 200 gewaltbereite Demonstanten gegeben, zurück, sie „entbehrt jeglicher Grundlage“.  Als den „eigentlichen Skandal“ betrachtet das Linzer Bündnis die Tatsache, dass Landeshauptmann Josef Pühringer, Polizeichef Brigadier Karl Pogutter, Wirtschafts-Landesrat Dr. Michael Strugl und Vizerektor der Johannes Kepler Universität Univ.Prof.Dr Friedrich Roithmayr diesen Ball besucht haben: „Für uns ist klar, dass dieser Burschenschafterball nichts anderes als eine rechtsextreme Großveranstaltung ist und gerade die bereitwillige Unterstützung aus Wirtschaft und Politik diese Veranstaltung enorm aufwertet und eine Brücke von der extremen Rechten hinein in die bürgerliche Mitte schlägt.“ (Bündnis Linz gegen Rechts)

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