Anhebung des Spitzensteuersatzes (50%) von 60.000 auf 80.000 Euro! Auch hohe Einkommen sollen entlastet werden!

Was sich liest, als wäre es ein Auszug aus einem ÖVP Wahlprogramm, ist tatsächlich aus dem „Lohnsteuer runter!“ – ÖGB/AK Steuermodell. Was die Interessensvertretungen der ArbeitnehmerInnen dazu veranlasst hat, bleibt schleierhaft.

Es scheint, als wäre dieses Modell bereits ein Kompromisspapier der Regierung, und die Sammlung von über 700.000 bisher erbrachten Unterschriften nur eine Beschäftigungstherapie, um die brodelnde Basis zu beruhigen und Bundeskanzler Faymann einen noch peinlicheren Parteitag als den letzten zu ersparen. Vielleicht ist es aber auch ein Zuckerl an die SpitzenverdienerInnen, damit eine, eventuelle, Vermögensbesteuerung leichter zu „verkraften“ ist.

Wie dem auch sei, Fakt ist, dass ca. 125 Millionen Euro den reichsten 3 % der ArbeitnehmerInnen geschenkt werden. 125 Millionen Euro, die an anderer Stelle sicher besser aufgehoben wären, nämlich am unteren Ende der Einkommensleiter. Auch durch einen solchen Schritt würden die höheren Gehaltsgruppen profitieren, wenn auch nicht in einem solchem Ausmaß. Man könnte diese 125 Millionen Euro aber auch im Bildungs- und Sozialbereich einsetzen, um dort einkommensschwache Familien direkt zu unterstützen.

Derzeitige Steuerstufen:                                            Steuerstufen im ÖGB/AK-Modell:
11.000 – 25.000       36,5%                                        11.000 – 20.000       25%
25.000 – 60.000       43,2%                                        20.000 – 30.000      34%
ab 60.000                 50%                                           30.000 – 45.000      38%
–                                                                                 45.000 – 60.000      43%
–                                                                                 60.000 – 80.000      47%
–                                                                                 ab 80.000                50%

Beispiel aus dem ÖGB/AK-Modell:

Bei einem Einkommen von 1500 Euro brutto monatlich ergibt sich eine Entlastung von 534,57 Euro netto/Jahr, bei einem Einkommen von 6000 Euro brutto ergibt sich eine Entlastung von 2599,55 Euro netto/Jahr. Das entspricht bei vierfachem Lohn einer fast fünf Mal so hohen Entlastung.

Fair und gerecht sieht anders aus!

Weiterführende Links:
Erklärung der Unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB
Kommentar von Didi Zach (Landessprecher KPÖ-Wien)
ÖGB/AK Lohnsteuermodell im PDF-Format zum Download

 

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