Auch für Linz gilt: Keinen Meter für Pegida

Ein Bericht von „Wir wollen es anders Oberösterreich“

Um 14.00 Uhr startete die Kundgebung am Hauptplatz in Linz mit Reden von den OrganisatorInnen und dem Vorsitzenden des Mauthausen Komitees Willi Mernyi.

Ansprache (Large)Wer nach SpitzenfunktionärInnen des ÖGB oder der SPÖ suchte, wurde wieder einmal enttäuscht. Anscheinend ist Aktionismus auf der Straße doch nicht das Wahre für diese Damen und Herren. Ein „Gefällt mir“ auf Facebook ist natürlich einfach und der „Teilen“ Button ist auch schnell bedient, auf der Straße und vor den Medien sieht die Welt dann doch ganz anders auch.

Dass PEGIDA ausgerechnet vor der ÖGB-OÖ Zentrale gestoppt werden konnte, sollte dem ÖGB als Zeichen dienen um das nächste Mal vielleicht etwas mehr zu mobilisieren.
Aber gut, zurück zum Start der Demo am Hauptplatz. Friedlich bewegten sich die rund 2000 TeilnehmerInnen über die Promenade zur Landstraße und dann weiter zum Hessenplatz.

P1100459 (Large)Nach dem offiziellen Ende der Demonstration um 15.30 machte sich ein großer Teil der DemoteilnehmerInnen auf den Weg Richtung Volksgarten, wo es in der Volksgartenstraße zwischen Arbeiterkammer und ÖGB zum Aufeinandertreffen der zwei Gruppierungen kam. Zirka 150 Pegida Anhänger standen zehnmal so vielen GegendemonstrantInnen gegenüber, dazwischen rund 200 Polizeibeamte die sich bemühten die zwei Gruppen zu trennen.

blockade (Large)Nach zwei Stunden des friedlichen antifaschistischen Protests zogen sich die Pegida Anhänger unter dem Schutz der Polizei zurück zum Hauptbahnhof. Unter Jubel und Beifall begleiteten wir sie „nach Hause“.

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Ein schöner Tag für alle Antifaschisten und Antifaschistinnen!

„No pasarán – wir weichen nicht zurück! Nein zum Burschenbundball!“

Wir wollen es anders OÖ auf der Demo gegen den Burschenbundball

Gestern wurde in Linz ein starkes Zeichen gegen Faschismus, Rassismus und Rechtsextremismus gesetzt. Über 1500, manche Schätzungen sprechen sogar von 2000, TeilnehmerInnen demonstrierten friedlich vom Hauptbahnhof zum Hessenplatz um ihren Protest gegen das größte Vernetzungstreffen der Rechten in Oberösterreich kundzutun.

Im Aufruf zur Demo wird die Ausrichtung des Balls zurecht als „ewiggestrifg und rechtsextrem“ eingeordnet. Die Verflechtungen mit der FPÖ vor Ort sind bekannt und erschreckend: „Die Burschenschaft Arminia Czernowitz, die maßgeblich an der Durchführung des Balls beteiligt ist, gehört laut dem DÖW (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes) auch innerhalb der Burschenschaften klar dem rechtsextremen Flügel an. Ihr gehören auch vier FPÖ-Politiker an: Markus Hein (Fraktionschef FPÖ Linz, Linzer Gemeinderat), Michael Raml (Linzer Gemeinderat), Detlef Wimmer (Obmann FPÖ Linz, Linzer Sicherheitsstadtrat) und Werner Pfeffer (Linzer Gemeinderat). Zuletzt rückte die Burschenschaft im Jahr 2010 in den medialen Fokus, weil sie bei einem ihrer Plakate eindeutig nationalsozialistische Symbolik verwendete und dabei lediglich das Hakenkreuz des ursprünglichen Sujets übermalte. Auch das „Corps Alemannia Wien zu Linz” ist an der Organisation des Balls beteiligt: Das Corps, dem auch FPÖ-Landesrat Haimbuchner angehört, versucht trotz einschlägiger Geschichte gerne einen harmlosen Eindruck zu erwecken. Doch während des NS-Faschismus löste sich das Corps selbst auf und wurde zur NS-Kameradschaft „Horst-Wessel”. Wessel, seines Zeichens SA-Sturmführer, war selbst Mitglied dieser Korporation.“

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1500 bis 2000 Menschen stellen sich entgegen

Auf der Demonstration dann suchte man leider hohe VertreterInnen der Gewerkschaft und der Sozialdemokratie vergebens. Trotz aller Beteuerungen überließen diese „Institutionen der ArbeiternehmerInnen“ den Protest ihren Jugendorganisationen.

Solidarität mit den Demonstrierenden sieht anders aus als einige nette Grußbotschaften via Email oder Facebook!

Drei (!) Linzer GemeinderätInnen (zwei Grüne, eine KPÖ) unterstützten die Demonstration vor Ort.
Von der „hohen“ Politik hätte man sich mehr erwarten dürfen.
Wie dem auch sei, man kann dem Bündnis Linz gegen Rechts auf jedem Fall zur Organisation dieser Demo gratulieren. Das Bündnis „Linz gegen Rechts“ selber wertet die Demonstration auch als einen „vollen Erfolg“. Sie weist dabei die mediale Darstellung, es habe 200 gewaltbereite Demonstanten gegeben, zurück, sie „entbehrt jeglicher Grundlage“.  Als den „eigentlichen Skandal“ betrachtet das Linzer Bündnis die Tatsache, dass Landeshauptmann Josef Pühringer, Polizeichef Brigadier Karl Pogutter, Wirtschafts-Landesrat Dr. Michael Strugl und Vizerektor der Johannes Kepler Universität Univ.Prof.Dr Friedrich Roithmayr diesen Ball besucht haben: „Für uns ist klar, dass dieser Burschenschafterball nichts anderes als eine rechtsextreme Großveranstaltung ist und gerade die bereitwillige Unterstützung aus Wirtschaft und Politik diese Veranstaltung enorm aufwertet und eine Brücke von der extremen Rechten hinein in die bürgerliche Mitte schlägt.“ (Bündnis Linz gegen Rechts)