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Recht autoritäre Regierungen in Osteuropa

Was machen die RechtspopulistInnen, wenn sie an der Macht sind? Wie sind sie dort hingekommen? Was waren die Voraussetzungen?

Diese Fragen behandelte Sebastian Reinfeldt in einer Veranstaltung am 13. Mai im Werkl im Goethehof.

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Allgemeine Merkmale von rechtem Populismus:

– Methode des „Wir-Kollektivs“ gegen „die da oben“

– strikte Ablehnung und Abgrenzung ggü. „das Fremde“, ohne dass das Fremde genau definiert ist, entsteht mittels Verteidigungsrede: „Wir müssen gegen die …“

– Design: autoritär, nationalistisch (Grenzen, …), scheinbar sozial

In Polen regiert die PiS (Prawo i Sprawiedliwość) mit aboluter Mehrheit, in Ungarn hat die Fidesz sogar eine 2/3-Mehrheit.

Die Visegrád-Staaten, Polen–Tschechien–Slovakei–Ungarn, ein Staatenbund, der 1991 gegründet wurde, um wirtschaftliche und politische Probleme gemeinsam zu lösen, verstehen sich heute als Gegengewicht zur linken südeuropäischen Achse Griechenland–Spanien–Portugal. Die rechten Parteien im Europäischen Parlament sind auf verschiedene Fraktionen verteilt, das macht deren Verurteilung von Seiten der EU umso schwieriger, die Erfahrung mit dem Umgang Österreichs im Jahr 2000 lässt die EU ebenfalls zurückhalten, die Verhängung von Sanktionen erwies sich im Nachhinein als politischer Bumerang.

Jüngere Geschichte Polens:

Polen kann als Transformationsland bezeichnet werden, die Systemänderung nach 89 lief in Form eines Runden Tisches, zusammengesetzt aus Kommunistischer Partei, Solidarność und Kirche, als gesellschaftlicher Kompromiss. Die ökonomische Transformation brachte hpts. neoliberale Denker hervor, Frauen haben in diesem Prozess besonders verloren.

Die PiS ging 2001 als ein Produkt der vielen Teilungen von Solidarność im Laufe der Jahre hervor.

Arbeitslosenraten 2015: Warszawa: 3,6%, Radom (100 km südlich): 18,6%, am Land, 30 km von Radom entfernt: 30,5 %. Die regionale und sektionale Jugendarbeitslosigkeit ist mit Spanien und Griechenland vergleichbar.

Vor der Parlamentswahl 2015 entstanden eine Reihe neuer politischer Parteien: Nowoczesna (radikalliberal), Ruch Narodowy (neofaschistisch), Razem (Basisbewegung) u. a.

Wahlerfolg der PiS:

– beruft sich auf den ewigen Kampf gegen die „neuen kommunistischen Eliten“ —> Verschwörungstheorien

– Erstes Handeln einer rechtspopulistischen Regierung ist immer „säubern“ (eig. eine stalinistische Methode), Funktionen werden mit Regierungstreuen besetzt.

Dies wird auch in Österreich nach Übernahme der Regierung durch die FPÖ so passieren.

– soziale Initiative: 500 Złoty (= ca. 120 Eu) Kindergeld als Wahlkampfzuckerl, ein Betrag, der am Land existenzsichernd ist.

– antikapitalistisches „Angebot“: Bankensteuer und Besteuerung der Großinvestoren. Wurde aber nur in kleinem Maß umgesetzt.

Eines der ersten Ziele nach der Wahl:

Verfassungsänderungen und Demolierung des VfGH, damit keine übergeordnete Institution von Rechtsstaatlichkeit und Gerechtigkeit quer kommt.

– Ungarn: ideologische Wendungen wie „auf Ewigkeit“, „im christlichen Glauben“ wurden in die Verfassung geschrieben.

– Polen: autoritäres Politikverständnis umgesetzt, Beschränkung von verfassungsrechtlichen Möglichkeiten

Regierung in Polen plant Abschaffung der Abtreibung, breiter außerparlamentarischer Widerstand organisierte sich dagegen.

Razem (= „Gemeinsam“):

Das AktivistInnenbündnis gründete sich nach den Präsidentenwahlen im Mai 2015 und wählte nicht ganz unzufällig die gleiche Parteifarbe wie Podemos. Razem hatte im Wahlkmapf eine gute Medienpräsenz, mit 3,6% erreichten sie war zwar nicht den Einzug ins Parlament, hatten aber Achtungserfolge in den großen Städten. Sie begeben sich für Aktionen auch aufs Land und in Kleinstädte, werden von Leuten in Betrieben kontaktiert, wo es Schwierigkeiten gibt, und engagieren sich dort.

Beispiel für eine der Aktionen: Nachdem die Regierung sich im März geweigert hatte, das VfGH-Erkenntnis zur Nichtigerklärung über die Beschränkung der Befugnisse des VfGH zu veröffentlichen, projizierte Razem den Text des Erkenntnis nachts auf die Wand des Parlaments, und der Text wurde zig-tausende Male im Facebook geteilt.

Die Videoaufnahme der Veranstaltung ist hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=ppUfuxZDcaE&feature=youtu.be

Blog von Sebastian Reinfeldt: http://www.semiosis.at

Razem: http://partiarazem.pl

(Autorin: Mary Kohen)

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BGE-Diskussion: „In Freiheit tätig sein“, „Ohne Angst denken“, „In Würde ‚nein‘ sagen“ …

Am 10. März fand im Werkl bei fast vollem Haus eine von uns organisierte Veranstaltung zum Bedingungslosen Grundkeinkommen statt, El Awadalla und Karl Reitter gaben kurze Inputs und tauschten danach in lockerer Atmosphäre mit dem Publikum Gedanken aus.

Hier eine Zusammenfassung, die Videoaufnahme ist hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=WbjZT-vGel8

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Konsens in der Diskussion ist, dass das Grundeinkommen (GE) als „bedingungslos“ definiert ist, d. h., jeder Mensch hat ohne Auflagen soviel Geld, dass er/sie ein würdevolles Leben führen kann.

Eine kurze Einführung beleuchtete Aspekte, warum die Entwicklung der letzten 30 Jahre nach dem GE drängt.

Bis in die 70er-Jahre herrschte beinahe Vollbeschäftigung, von den Löhnen und Gehältern konnte man noch einigermaßen sorgenfrei leben.

Ab dann kam die Idee eines GE langsam auf, kurze Zeit war die Frage aktuell, ob Hausfrauen ein GE bekommen sollen. Internationale Experimente gab es Ende der 60er bis Mitte der 70er in den USA (Seattle, Denver), Folgen der finanziellen Absicherung waren, dass die Leistungen der Kinder in den Schulen stiegen und die Scheidungsrate zunahm.

In Utrecht läuft zur Zeit ein Modell, in Finnland und Ontario wird noch überlegt, am 5. 6. wird in der Schweiz über ein GE in der Höhe von 2.500 SFR (= ca. 2.280 Eu, das ist unter dem Schweizer Medianeinkommen) abgestimmt.

Die Arbeitsverhältnisse heute sind gekennzeichnet von Wanderbewegungen von ArbeiterInnen, Ruf nach Scheinselbständigen und PraktikantInnenunwesen, die Arbeitslosigkeit wird sich weiter ausbreiten. Frauen sind am Arbeitsmarkt ohnehin nie angekommen, nur dort, wo Männer nicht gefragt waren bzw. sind. Man muss schon sehr viel arbeiten um überhaupt einen Arbeitsplatz zu bekommen, siehe PraktikantInnen.

Auf die Finanzierung wurde nicht näher eingegangen, dazu bräuchte es eigene Workshops, wo Daten, Zahlen und Statistiken bearbeitet werden. Die Finanzierung kann durch Erhöhung von Steuern (KöSt, ESt, Erbschaftssteuer, …, v. a. große Konzerne zahlen kaum noch Steuern) sowie durch die Einsparungen im enormen Verwaltungsapparat (keine Kontrollen, keine Formularwirtschaft etc.) erreicht werden, nicht zu vergessen die bereits bestehenden Ausgaben für ALG, BMS und andere Transferleistungen, die nur umgelegt werden.

Hier einige Sätze, die im Laufe des Abends fielen und zum Nachdenken anregen:

– Was ist Geld?
– Unbezahlte bzw. unterbezahlte Arbeiten wie Hausarbeit oder Kunst nehmen zu, aber ohne diese würde alles zusammenbrechen
– Wir brauchen einen „Kulturstandort Österreich“ statt „Wirtschaftsstandort Österreich“.
– Kulturschaffende würden durch das GE von jeder Marktschreierei unabhängig werden.
– Rufe von rechts und links wie „Arbeitsplätze schaffen“, „runter mit Löhnen und Lohnnebenkosten“ sind ein Freibrief für die Erpressung durch das Kapital.
– Die Kumulation von Kapital ist auch Eingriff in die Umwelt.
– Das Kapital ersetzt immer mehr Menschen, sofern es technisch möglich und billiger ist.
– „Bessere Qualifikation führt zu Arbeit“ ist eine neoliberale Argumentation, „Überqualifizierung“ ist das beste Beispiel für das Gegenteil.
– Die Entkoppelung Einkommen vs. Lohnarbeit funktioniert in den oberen Schichten schon lange.
– Das Klientel der Gewerkschaften wird immer kleiner, sie wissen nicht, wie sie auf das GE reagieren sollen.
– GE ist umfassender als Erwerbsarbeit.
– Die Kritik am GE, die Identifikation mit der Arbeit würde verschwinden, hat sich nach Erfahrungen nicht bekräftigt.
– Das GE depotenziert den Zwang zur Lohnarbeit und führt zur Transformation der gesellschaftlichen Verhältnisse.
– Die Verbindung von Einkommen und Leistung ist in den Köpfen der Menschen stark verankert.
– GE braucht komplett andere Gesellschaftsform, GE ist die Bedingung für emanzipatorische Prozesse, GE braucht auch Demokratie.
– GE fördert die persönliche Weiterbildung, unabhängig von beruflichen Erfordernissen.
– Leute müssen sich vom AMS und Sozialamt zuviel gefallen lassen, das ist Demütigung und Entwürdigung!
– Wir müssen Druck und Unterdrückung zerstören!
– Wirtschaftlicher Aufschwung funktioniert nicht nur durch die Produktion, sondern auch durch die Verwertung.
– GE ist Umverteilung zum Vorteil der Wirtschaft, Menschen mit niedrigen Löhnen stecken das Geld in Konsum, Menschen mit hohen Löhnen stecken es in Immobilien und Grund.
– Das Kapital hinterlässt nicht nur leere Wiesen.
– Umso ärmer ein Land, umso leichter umsetzbar und finanzierbar ist das BGE.

Zum Schluss ein pathetischer Satz, der ebenfalls fiel: „Can I join this company of desire?“

(Autorin: Mary Kohen)

Links:

http://paper.basicincome-europe.org
http://www.grundeinkommen.ch
http://derstandard.at/2000029585201/Bedingungsloses-Grundeinkommen-eine-radikale-Idee-wird-salonfaehig
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Schweizer-haben-Muehe-mit-der-Idee-der-Bedingungslosigkeit/story/29633530
https://www.piratenpartei.at/bge/
http://wien.kpoe.at/article.php/ja-zum-bedingungslosen-grundeinkommen

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Linkspopulismus? Einfach kein ‚more of the same‘ mehr in Österreich!

Seit Frühjahr dieses Jahres flammt hier und da eine Diskussion über Linkspopulismus auf. Zuerst vermeldete das Profil im März 2015, dass 20 Prozent der ÖsterreicherInnen sich eine politische Kraft wie Syriza wünschen würden. Nach den Wahlen in Oberösterreich und in Wien wiederum griffen der Mosaik-Blog und Peter Pilz dieses Thema wieder auf. Anlass waren die Wahlerfolge der FPÖ, die politischen Ziele allerdings verschieden.Während die österreichische Mosaik-Linke offenbar nach einem Begriff für ein politisches Projekt links von SPÖ und Grüne sucht, will Pilz neue (auch persönliche) Machtoptionen eröffnen. Und die Haltung der Grünen zu den Geflüchteten ändern.

Linkspopulismus funktioniert hier als ein Codewort für „anders machen“. Das ist im Prinzip gut so. Bislang geht die Debatte allerdings nicht auf die realen Erfahrungen mit linkem Populismus in Österreich ein, und schließt Experimente in dieser Richtung – wie etwa die Wien Anders-Allianz – sogar davon aus. Daher schaut das Ganze wie eine Gespensterdebatte aus, ohne weitere politische Konsequenzen. Diese sind aber nötig, besonders in Richtung der österreichischen Sozialdemokratie.

Der Populismus der Krisen-VerliererInnen und -GewinnlerInnen

Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach. In Spanien, in Griechenland und in Portugal gibt es seit langem aktive soziale Bewegungen und soziale Netzwerke, die die Basis der dortigen linkspopulistischen Parteien bilden. Diese sind auf lokaler Ebene und besonders in sozialen Fragen aktiv. Und es gibt über einen langen Zeitraum hinweg, seit 2008, eine soziale Krise, die die Mitte der Gesellschaft erreicht hat. Und die diese existentiell betrifft.

In dem KrisengewinnlerInnen-Land Österreich hingegen wirkt seit 1986 eine rechtspopulistische Partei, die in immer neuen Facetten als Verteidigerin des relativen sozialen Wohlstands auftritt und diesen aggressiv gegen sogenannte Fremde, angebliche „SozialschmarotzerInnen“ und gegen die politische Klasse zu verteidigen vorgibt. Auf der diskursiven Ebene funktioniert das mit der Ausnahme der Krisenzeit nach dem Regierungseintritt 2000 de facto bruchlos. Das rechtspopulistische WählerInnenpotential in Österreich liegt stabil bei 30 Prozent und verteilt sich derzeit mangels Konkurrenz auf die eine Partei, die FPÖ. Diese treibt thematisch alle anderen Parteien seit Jahrzehnten von Wahlgang zu Wahlgang.

Seit 1986 keine linke Antwort auf Rechtspopulismus

Die hiesige Traditions-Linke hat offenbar bislang keine brauchbare Antwort darauf gefunden. Und dies seit 1986. Sie ist gespalten in 2,5 Parteien (SPÖ, Grüne und KPÖ) und zunehmend mehr und mehr außenstehende Personen, die in der einen oder anderen sogenannten „zivilgesellschaftlichen“ Initiative aktiv sind.Dennoch bedeutet in Österreich ein Parteibuch immer noch etwas, es entscheidet über berufliche Karrierechancen. Daran hat die FPÖ nichts geändert. Sie hat einfach mit Blau eine neue Karriere-Farbe hinzugefügt. Aber dass daran auch die rot-grüne Linke nichts ändern wollte und möchte, ist eigentlich ein politischer Skandal.

Weiterhin gibt es in Österreich eine eingeschränkte demokratische Öffentlichkeit, die wie der ORF ebenfalls parteipolitisch eingefärbt ist, oder die von einflussreichen Interessensgruppen kontrolliert wird. Und auch diese sind parteipolitisch formiert, wie nicht nur das Beispiel der Gratiszeitungen zeigt.

Österreich: Ein Land im diskursiven Verteidigungsmodus

Resultat: Bei einer relativen Rekordarbeitslosigkeit reden alle Menschen über Geflüchtete, und nicht über eine falsche Wirtschafts- und Sozialpolitik. Die Gewerkschaften fahren seit Jahrzehnten unwidersprochen einen Kurs, der auf Besitzstandswahrung der ‚working rich‘ hinausläuft, und der die feinen sozialen Ausgrenzungsmechanismen im Land kritiklos stützt und befördert. Sinnbildlich mag dafür der aktuelle 1,5 Prozent Lohnabschluss der MetallerInnengewerkschaft stehen.
Es gibt in Österreich keine kämpferische soziale Basis für eine andere Gesellschaftspolitik, sondern es werden seit Jahren Verteidigungskämpfe um relativen Wohlstand und Posten und Positionen geführt. Österreich ist ein Land im diskursiven Verteidigungsmodus. Und das betrifft ausdrücklich auch die Linke.

Bruch mit der SPÖ nötig

Es macht keinen Sinn, linkspopulistische Diskurse am Reißbrett zu entwerfen. Und es macht auch keinen Sinn, im copy-and-paste Verfahren etwas aus Spanien und Griechenland nach Österreich zu übertragen. Eine Linke darf sich aber auf die Suche begeben und sie muss eingefahrene Gleise verlassen. Dafür braucht es in Österreich allerdings einen erklärten Bruch mit der SPÖ, die es nämlich immer wieder versteht, diese zivilgesellschaftlichen Initiativen und Bewegungen diskursiv einzufangen und an die Partei zu binden. Zuletzt geschehen mit der „Generation Hauptbahnhof“. Die SPÖ wird aber nicht in der Lage sein, dem Rechtspopulismus entgegen zu treten, sondern sie wird immer nur versuchen, aus einem Machtinteresse heraus solche zivilen Bewegungen in eine schlechte Regierungspolitik zu verwandeln. Und wenn das nicht funktioniert, dann steht ja mit der FPÖ noch ein anderer Koalitionspartner bereit.
Der Neoliberalismus mit österreichischem Antlitz wurde und wird in Österreich durch die Sozialdemokratie durchgesetzt. Solange es mit dieser keinen öffentlich erklärten Bruch gibt, hat jede reale linkspopulistische Kraft das gleiche Problem: Diskursiv wird sie von der SPÖ neutralisiert werden, und die WählerInnenstimmen werden dann für eine genau umgekehrte Politik verwendet.
Ohne einen solchen Bruch, der die soziale und diskursive Grundlage eines Linkspopulismus ist, und der übrigens sowohl in Griechenland als auch in Spanien explizit stattgefunden hat, wird es in Österreich weiterhin „more of the same“ geben.

Sebastian Reinfeldt, Politikwissenschafter mit dem Forschungsschwerpunkt Rechtspopulismus und Aktivist bei Wien Anders

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Holen wir uns die Politik zurück: Bevor Österreich ein zentraleuropäisches Spanien wird

Ich komme aus Spanien. Ich bin Migrant vor der ökonomischen Krise von 2008. Ich habe also von draußen gesehen, was in meinem Land passiert ist, ich habe gesehen, wie die SozialdemokratInnen der (PSOE) den Immobilienmarkt ohne politische Kontrolle sich selber überlassen haben. Jedes Jahr gab es höhere und höhere Preise.

Ich habe gesehen wie die PSOE den Öffentlichen Dienst gering schätzte. Ich habe auch gesehen, wie die PSOE die Steuern reduziert hat, und damit die Fähigkeit des Staates, die Krise zu bekämpfen. Ich habe mit ansehen müssen wie das PSOE nicht nur die BürgerInnen, sondern auch ihre WählerInnen und auch ihre Mitglieder ignoriert hat.

Und ich habe auch die Konsequenzen gesehen: 25% Arbeitslosigkeit, Armut, soziale Ausgrenzung.

Und ich erlebe jetzt in Österreich, was die SPÖ mit dem Immobilienmarkt tut, mit dem Öffentlichen Dienst, mit der WählerInnen und auch mit ihren Mitgliedern – denken Sie nur an das Burgenland. Und ich denke: Bitte nicht wieder, nicht hier, bitte.

Zum Glück haben wir in Spanien eine Lösung gefunden: Wir, die Leute von der Strasse, mussten uns die Politik zurück holen. Leider haben wir diese Lösung ein bisschen zu spät gefunden. Aber jetzt sind die größten Städten (Madrid, Barcelona, Zaragoza) wieder in unserer Hand, in der Hand der Bürgerinnen und Bürger – und wir haben dort endlich einen echte Sozialpolitik. Wir haben gezeigt, dass es möglich ist, die Politik für uns zu reklamieren. Und wir müssen das Gleiche hier in Österreich machen.

Holen wir uns die Politik zurück, bevor es zu spät es ist, und das bedeutet: Bevor Österreich Spanien wird. In Zentraleuropa.

Pablo Torija

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Die Leute-ohne-Fluss und die Männer der Zäune!

Warum es wichtig ist, dass mit der Allianz Wien anders normale Leute ins Parlament kommen. (Rede zum 1.Mai von Pablo Torija)

Galeano schreibt über ein bekanntes chinesisches Sprichwort:
„Gib einem Hungernden einen Fisch, und er wird einmal satt, lehre ihn Fischen, und er wird nie wieder hungern.“
Galeano sagte, dass es ein schönes Sprichwort ist – aber es hilft uns nicht. Dieses Sprichwort sagt nichts darüber, was passiert, wenn jemand eine Fabrik in unserer Nähe baut, die den Fluss kontaminiert und alle Fische tötet.

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Ulli Fuchs: „und es kommt jetzt noch etwas dazu!“

Rede auf dem Gründungskonvent von „Wien anders“

Vor etwas über einem Jahr bin ich genau hier gestanden, sehr aufgeregt und glücklich, und bin von fast 400 Leuten zur Listenzweiten von „Europa anders“ gewählt worden… die 4% für „Europa anders“ und die beinahe 1000 Vorzugsstimmen haben mich in meinem Entschluss bekräftigt, jetzt auch für die Wienwahl anzutreten….…Danke für eure Ermutigung auf dem Weg, danke euch, jeder/ jedem einzelnen!

Ich möchte euch mit meiner Kandidatur zeigen, dass ich nicht erst seit heute um die linke Integration bemüht bin, sondern gestellt, auf der richtigen Seite, und gerade, über Parteigrenzen und Sektierertum der diversen Splittergruppen hinaus.

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@medienpirat

„Nicht er. Du und ich. Zusammen!“

Rede von Pablo Torija (Podemos Austria) auf dem Gründungskonvent von „Wien anders

Ein frischer Wind geht um in Europa – ein Wind der Demokratie. Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen diesen Wind verbündet, Merkel und Drahgi, die Banken und der Internationale Währungsfonds.

Diese Mächte waren glücklich damit, wie das System funktionierte. Diese Mächte sind glücklich mit unseren politischen Repräsentant_nnen. Das sind Personen, die 15.000 € pro Monat verdienen. Professionelle Politiker_innen, die seit Dekaden für die Partei oder für die Stadt arbeiten. Und warum sind diese Mächte glücklich? Weil diese professionellen Politiker_innen die Konsequenzen ihrer Politik nicht fühlen, so wie du oder ich. Es ist egal, ob wir über Häupl, Strache, Vassiliakou, Zapatero oder Rajoy sprechen. Prekarität, Arbeitslosigkeit, Wohnungsmarktpreise ohne Kontrolle, sind für diesen Personen abstrakte Konzepte. Abstrakte Konzepte, die sie nie in ihrem Leben fühlten oder fühlen werden.

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@medienpirat

Auch wir machen Wien anders

Am Samstag, 21.3.2015 hat sich die Allianz Wien anders aus Piraten, KPÖ, EchtGrün und der Plattform der Unabhängigen gegründet. Mehr als 170 Personen sind in Simmering im Tagungshotel JuFa zusammen gekommen, und haben die Gemeinderatsliste gewählt und der Allianz eine Struktur gegeben: Organisatorische Festlegungen – von der Wahlordnung bis zur Kooperationsvereinbarung – wurden nahezu einstimmig verabschiedet.

1.Platz Juliana Okropiridse

@medienpirat

Die Plattform der Unabhängigen ist nicht nur mit Ulli Fuchs auf dem Listenplatz 3 vertreten. Bei einem Ergebnis von 5 Prozent wäre Ulli damit im Gemeinderat. Auf Listenplatz 6 steht Keivan Amiri, der sich der Plattform angeschlossen hat. Er hat den Taxifahrerstreik gegen den Akademikerball organisiert. Wir werden auch seinen Vorzugsstimmenwahlkampf unterstützen.

Spitzenkandidatin ist die 22jährige Physikstudentin und Junge Piratin Juliana Okropiridse. Die gesamte Liste kann hier nachgelesen werden. Insgesamt löst sie den politischen Anspruch, anders zu sein, personell ein. Jetzt wartet weiterhin viel Arbeit auf uns.

Wir freuen uns darauf. Im Folgenden dokumentieren wir den Einführungsbeitrag von Sebastian. Weitere Reden werden folgen.

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Krisenherd in Graz

In Graz gibt es ab jetzt für wenig bis kein Geld warme Mahlzeiten.

Denn es sollen sich möglichst alle Menschen, egal wie viel sie besitzen, gesundes Essen leisten können.
Es wird gekocht, damit alle satt werden und nicht um Geld zu verdienen.
Um das verwirklichen zu können, versucht der Krisenherd zum Teil auch aus weggeworfenen Lebensmitteln köstliche Speisen zu zaubern.

Der Krisenherd ist offen für alle!
Hast Du Lust beim Krisenherd mitzukochen? Dafür brauchst Du keine Kochausbildung, ein bisschen Spaß am Kochlöffelschwingen, Gemüse schneiden oder Kuchen backen reicht völlig aus.

Neben dem Essen steht beim Krisenherd das Beisammensein ganz groß auf der Speisekarte:
Leute kennen lernen, neue Kontakte knüpfen und einen schönen gemeinsamen Abend verbringen.

Gekocht wird gemeinsam ab 16:30 und ab 20:00 gibt es dann leckerers Essen. Weiter Infos finden sich hier.

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Progressive Plattform unterstützt Wien anders

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Gründungskonvent-Einladung

In einem ausführlichen Beitrag über die Wahlallianz Wien anders wünscht die Progressive Plattform, ein Zusammenschluss fortschrittlicher PiratInnen,  der Wahlallianz viel Erfolg bei der Wienwahl und sie  wird die Entwicklungen rund um „Wien anders“ weiter interessiert und solidarisch verfolgen.

Wörtlich heißt es in dem Beitrag: „Wir freuen uns zudem auf die bereits angekündigten kreativen Aktionen im Wahlkampf, wie wir sie bereits von „Europa Anders“ kennen.

Breite Wahlallianzen sind eine große Chance, linke und progressive Politik nicht nur wählbar zu machen. Sie setzen auch ein Zeichen gegen die Zersplitterung der Linken, die diese historisch oft auch selbst schwächte. Es ist eine Chance, die Stimmen aus dem linken, progressiven Lager auf die gemeinsame getragene Wahlallianz zu bündeln. In Österreich tut sich gerade ein Fenster für echte Veränderung auf. Der Wunsch, parteiübergreifend, länderübergreifend, mit Initiativen und Plattformen für verschiedene Themen zusammenzuarbeiten und diese effektiv einzubeziehen, gemeinsam zu streiten, Ideen zu diskutieren und zu verbessern und sie dann gemeinsam zu vertreten, verbindet uns mit „Wien Anders“!“